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(Störung des Gehirnwasserkreislaufes) entwickelt sich bei den meisten Kindern mit Spina bifida (ca. 80 %) zusätzlich. In einigen Fällen treten außerdem Anfallleiden auf. Ein Hydrocephalus kann auch durch Fehlbildungen und Tumore entstehen. Durch bewährte Operationstechniken (Einsetzen eines Ventilsystems) werden die Voraussetzungen für eine altersgemäße Entwicklung geschaffen.
Definition
Der Hydrocephalus (die deutsche Übersetzung des Wortes “Wasserkopf” ist leider zu einem Schimpfwort verkommen) entsteht durch Überdruck im Kopf als Folge einer gestörten Regulierung des Gehirnwasserflusses.
Medizinische Grundlagen
Das Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis, abgekürzt: Liquor) umspült Gehirn und Rückenmark und schützt die empfindlichen Nervengewebe bei Erschütterungen. Wird der Abfluss des Gehirnwassers gestört, so erweitern sich die inneren Hirnhohlräume und das Gehirn wird zusammengedrückt.
Tritt der Hydrocephalus vor der Geburt oder beim Säugling auf, solange die Schädeldecke noch nicht verfestigt ist, so kann der Druck des Gehirnwassers zu einer Vergrößerung des Kopfumfangs führen. Auch lässt sich nicht selten beobachten, dass der Säugling die Augen nicht mehr nach oben heben kann (Sonnenuntergangsphänomen). Hier wird eine künstliche Ableitung des Gehirnwassers notwendig.
Wenn die Diagnose Hydrocephalus gestellt ist, wird mit der Einpflanzung eines Ableitungssystems in der Regel nicht lange gezögert. Es hat sich allgemein die Versorgung mit einem Ventilsystem durchgesetzt, das den Gehirnwasserdruck reguliert und gleichzeitig einen Rückfluss verhindert. Aus einer der Hirnseitenkammern (Seitenventrikel) wird das überschüssige Gehirnwasser mit Hilfe eines Schlauch-Ventil-Systemes (Shunt) aus Kunststoff unter der Haut in die Bauchhöhle oder in die Herzvorkammer geleitet. Die schematische Darstellung zeigt links die Ableitung in die Bachhöhle (VP-Shunt) und rechts die in die Herzvorkammer (VA-Shunt).
Ursachen
Annähernd die Hälfte der Kinder mit einem Hydrocephalus leiden auch an Spina bifida .
Aussichten nach der Erstversorgung
Die Einpflanzung einer Drainage zieht heute kaum Komplikationen nach sich.
Jedoch die folgende verantwortungsvolle Überwachung ist wichtig und fordert Eltern und Ärzte. Das Ventil kann zuwachsen und sich durch Schwebeteilchen im Gehirnwasser zusetzen. Auch mit dem Längenwachstum des Kindes werden die Katheter, die die Flüssigkeit ableiten, irgendwann zu kurz. Hier sind bei regelmäßiger Beobachtung Abhilfe und vorbeugende Operationen möglich.
Eine wichtige Aufgabe der Beobachtung liegt auch bei den Eltern
Sie haben kontinuierliche Beobachtungsmöglichkeiten und die beste Sensorik für ihr Kind: Anzeichen kann eine Auffälligkeit im Verhalten des Kindes sein und ein Befinden des Kindes, dass über allgemeines Unwohlsein hinaus geht. Typische Zeichen einer Krise können Kopfschmerz, Bewusstlosigkeit, Erbrechen u.a. sein.
Durch heutige moderne Diagnostikgeräte, wie u.a. Computertomographie und Ultraschall, kann eine Störung des Gehirnwasserkreislaufs und damit ein Gehirnüberdruck diagnostiziert werden.
Ein Überdruck im Kopf führt in der Regel (längerfristig) zu einer Schädigung des Gehirns.
Allerdings, wenn keine vorgeburtlichen Schädigungen vorliegen oder eventuelle spätere Komplikationen sich negativ auswirken, hat das Kind durch die Regulierung des Gehirnwasserdrucks keine Beeinträchtigung seiner geistigen Entwicklung.
(Quelle: Dr. Jürgen Moosecker)
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